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"Fahrenheit 451"

Lesen Sie zwei Theaterkritiken von Schülern aus der Klasse 10d, die das Stück am 6.12.2010 in der Schauburg besucht haben.

Kritik zu „Fahrenheit 451“ in der Schauburg

Zunächst einmal sei darauf hingewiesen, dass „Fahrenheit 451“ kein Drama, sondern ein Roman von Ray Bradbury ist und deshalb die Gestaltungsmöglichkeiten freier sind. Das Bühnenbild wirkt auf den ersten Blick etwas trist, ja sogar etwas langweilig. Im Laufe des Stückes, erkennt man aber immer die Bedeutung dieser Atmosphäre. Besonders gut umgesetzt sind die Cartoons auf der Leinwand im Hintergrund. Dieses Mittel ist sehr ungewöhnlich bei Theaterinszenierungen und doch passt es sehr gut zu diesem Stück, bei dem sonst einzelne Szenen, wie z.B. bei denen des mechanischen Hundes oder der Verfolgung Montags sonst gar nicht möglich gewesen wären. Dieses Medium wird aber nur wohl dosiert eingesetzt, das heißt der Film steht wirklich im Hintergrund. Das Auffälligste an der Bühne ist wohl das in verschiedenster Art und Weise genutzte Laufband, das interessante Effekte, wie z.B. das Laufen, in einer ganz anderen Dimension erscheinen lässt. Die beiden Feuertreppen passen sehr gut zur Feuerwache, dass das Wohnzimmer dadurch nicht so wahrhaftig erscheint, lässt sich durch den Hintergrund-Cartoon verschmerzen.
Als nächstes sind natürlich die Schauspieler sehr wichtig. Das Stück beschränkt sich auf drei Schauspieler und die Band „Bananafishbones“, ebenfalls bestehend aus drei Leuten. „Beatty“, der auch Faber spielt, und „Montag“ stehen dabei auf etwa derselben Stufe im Können, während Clarisse (Mildred, alte Frau, die mit ihren Büchern verbrennt) nicht so sehr überzeugt. Da jeder die Rolle der Clarisse anders interpretiert, vor allem wer das Buch kennt, ist die Leistung schwer zu beurteilen. Jedoch wirkt das Lachen und die Bewegungen etwas übertrieben und überdeutlich. Dahingegen spielt die Schauspielerin Mildred sehr gut, deren Charakter sehr authentisch wiedergegeben wird. Beattys und Montags Leistung sind wie gesagt sehr gut. Zu den Bandmitgliedern ist in Bezug auf Schauspielern nichts zu sagen, durch deren Musik, wird das Stück etwas musicalähnlich. Dies stört so weit nicht, doch spielen sie an manchen Stellen zu laut, sodass man die Schauspieler nur schlecht versteht oder das Lied zieht sich, wie es bei der Operation der Fall ist. Auch die musikalischen Klangeffekte passen sehr gut, wie das Müllverbrennungsgeräusch, das Summern der Ohrmuscheln oder die Geräusche zur Lüftungsklappe.
Am Wichtigsten ist sicherlich der Inhalt. In diesem Falle möchte der Autor die „Verdummung“ der Gesellschaft durch die Medien vor Augen halten, was natürlich sehr übertrieben dargestellt ist, und den Wert der Bücher hochhalten.  Die Geschichte ist deshalb nicht sehr wesentlich, sondern vor allem die „Moral“, die dahintersteckt. Die Schauburg hat dies meiner Meinung nach gut umgesetzt. Ein Kritikpinkt wäre vielleicht der Schluss, der zu abrupt und wenig verständlich endet.
Insgesamt ist dieses Stück auf jeden Fall sehenswert. Durch die Musik und die Cartoons wird das Theaterstück dem Image der Schauburg als „Jugendtheater“ auf jeden Fall gerecht.
Franca Keicher, Klasse 10d
 

„Fahrenheit 451“ – Theaterkritik

Die moderne Inszenierung des Stückes passt sehr gut zu der sciencefictionartigen Handlung.  Dabei stellt besonders die Verwendung von Rockmusik als klanglicher Hintergrund eine regietechnische Glanzidee dar.  Die Verwendung einer für Projektionen angestrahlten Leinwand findet sich in der Geschichte in Form der Medienwände wieder.  Dadurch sind Geschichte und Inszenierung herausragend miteinander verknüpft, was nur sehr wenigen Regisseuren der heutigen Zeit in dieser Form gelingt.  Der Ort der Aufführung in einem einfachen Theater passt sehr gut zu der Inszenierung, die an einigen Stellen bewusst provisorisch wirkt.
Auch die Besetzung mit sehr wenigen Schauspielern in einigen Doppelrollen ist sehr schön umgesetzt worden.  Dabei fanden sich zeitweise Szenen, in denen man sich als Zuschauer dieser Doppelbesetzungen nicht mehr oder nur wenig bewusst war.  Die Schauspieler selber haben ihre Rollen eindrucksvoll präsentiert.  Besonders wird hierbei Thorsten Krohn in Erinnerung bleiben, der sowohl die Rolle des Feuerwehrhauptmanns Beatty als auch die des Literaturprofessors Faber trotz ihrer großen Verschiedenheit hervorragend umsetzt.
Felix Palm, Klasse 10d

Stand: 28.01.2012

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